Was ist Akupunktur bei Pferden?
von Birgit Heisters 19. Jul, 2010
Die Behandlungsmethode der somatischen Akupunktur gibt es nicht nur beim Menschen. Immer mehr Pferde haben Probleme im Rücken oder in den Beinen. Diese Schmerzen können speziell dafür ausgebildeten Therapeuten, die die Akupunktur bei Pferden beherrschen, lindern und sogar beseitigen. Doch wo genau sind die Akupunkturpunkte bei Pferden?
Diagnostik und Akupunkturpunkte
Um eine genaue Diagnose stellen zu können, muss der Therapeut das Pferd nicht in Bewegung sehen. Das wundert manche Pferdebesitzer, aber ein guter Therapeut findet mehr über die Ursachen des Schmerzes der Pferde heraus, wenn er die Akupunkturpunkte des Pferdes abtastet. Die Punkte, die bei der Akupunktur unterschieden werden, lassen sich in vier Typen unterteilen:
- Typ 1
Dieser macht den hauptsächlichen Prozentsatz der Akupunkturpunkte (67 Prozent) aus. Die sich hier befindlichen Punkte werden auch motorische Akupunkturpunkte genannt, da sie nah an einer Stelle liegen, wo die Nerven direkt in die Muskeln führen.
- Typ 2
Diese Punkte befinden sich entlang des Pferderückens und des Bauches und liegen an den oberflächlichen Nerven.
- Typ 3
Hier liegen die Akupunkturpunkte an den unteren Gliedmaßen und liegen an Punkten, an denen die äußeren Nervengeflechte sehr dicht zusammen liegen.
- Typ 4
Hat das Pferd Krämpfe in den Muskeln, stimuliert der Therapeut die Akupunkturpunkte an einer Sehne, welche die so genannten Sinnesendorgane anspricht.
Hat der Therapeut die betroffene Stelle entdeckt, stimuliert er diese mit Hilfe der kleinen, dünnen Akupunkturnadeln. Diese Nadeln steckt er kurz unter die Haut, damit sie eine optimale Wirkung erzielen können.
Stimulierung durch Akupunktur
Durch die Stimulierung der Pferdehaut, in die die Nadeln gesteckt werden, werden die verschiedenen Rezeptoren stimuliert. Diese Rezeptoren stimulieren ihrerseits Nerven, die die unterschiedlichen Impulse zum ZNS (Zentrales Nervensystem) weiterleiten. Das Zentrale Nervensystem sendet dann ein Signal zur Hirnanhangsdrüse. Die Hirnanhangsdrüse sendet nun so genannte Neurotransmitter aus, die Stoffe und Hormone produzieren. Dadurch lindert sich der Schmerz des Pferdes schon während der Akupunktur. Da die Nadeln keine Schmerzen verursachen, verhindert der Therapeut gleichzeitig, dass Ihr Pferd Angst während der Behandlung bekommt. So lehnt das Tier die Akupunktur auch in Zukunft nicht ab.
Die Akupunktur bei Pferden gibt es noch nicht sehr lange und einige Kritiker bezweifeln die Wirkung dieser Behandlungsmethode. Trotzdem erfreut sich diese Behandlung steigender Beliebtheit und die Erfolge sind nicht von der Hand zu weisen. Achten Sie unbedingt darauf, dass ein dafür ausgebildeter Therapeut die Akupunktur durchführt. Sonst schadet die Behandlung mehr, als sie nutzt.
Bild: © PantherMedia/Kerstin Schüley

